Harry-Otten-Innovationspreis für Meteorologie in Kopenhagen verliehen

 

Kopenhagen, 10. September 2019. Zum vierten Mal wurde der Harry-Otten-Preis für Innovationen in der Meteorologie verliehen. Die Preisverleihung fand in dieser Woche anlässlich der Jahrestagung der Europäische Gesellschaft für Meteorologie in Kopenhagen/ Dänemark statt. Die Jury vergab den mit 25.000 Euro dotierten ersten Preis an Malcolm Kitchen vom UK Met Office und Chris Brunt von der Universität Exeter für ihre Idee, mit einer neuen Methode die atmosphärische Refraktion zu messen.

Die beiden Forscher ermitteln Informationen über die Atmosphäre, indem sie die Biegung von Radiosignalen messen, die von Verkehrsflugzeugen übertragen werden. So sollen unter anderem Informationen über die Luftfeuchtigkeit vom Flugzeug bis zum Messgerät erfasst werden. Die Kenntnis über die Feuchtigkeitsverteilung in der Atmosphäre ist für die computergestützte Berechnung des Wetters sehr wichtig. So könnte die Vorhersage von Schauern mit dieser Methode verbessert werden. Kitchen und Brunt demonstrierten die Machbarkeit ihrer Idee anhand eines Versuchsaufbaus in Südwestengland.

„Die Idee von Malcolm Kitchen und Chris Brunt ist sehr innovativ“, sagte Leo Kroon, Vorstandsvorsitzender der Harry-Otten-Foundation. „Sie ermöglicht die Beobachtung der Luftfeuchtigkeit in den untersten Atmosphärenschichten und trägt damit möglicherweise zur Verbesserung der Wettervorhersage insbesondere für regionale Anwendungen bei.“

Die Gewinner des Preises wurden aus drei Finalisten ausgewählt. Die beiden anderen Finalisten erhielten für ihre Ideen jeweils 2.500 Euro. 

Yann Dufournet, Igor Stepanov und Geanny Amos dos Santos von SkyEcho aus den Niederlanden wurden für ihre Idee enLIGHT geehrt. Dabei handelt es sich um einen neuen Ansatz, hochauflösende Wetterdaten über bevorstehende Wettergefahren an Bürger zu kommunizieren. Das Forscherteam schlägt vor, hochauflösende Wetterradargeräte und Nowcasting zu verwenden, um Bewohner in Städten in sehr kurzen Zeitabständen vor gefährlichem Wetter zu warnen. Sie demonstrierten ihre Ideenansatz für die Stadt Rotterdam.

Paul Petersik aus Deutschland präsentiert seine Idee einer Wein-Vorhersage, um individuelle Prognosen über Rebkrankheiten und Phänologie zu treffen. Mit Hilfe dieses Vorhersagetools soll das Risiko von Mehltauausbrüchen in Weinbergen mittels einer hochauflösenden Modellausgabe, lokaler Beobachtungen und maschineller Lernalgorithmen ermittelt werden. Auf diese Weise könnten Weinbauern rechtzeitig vor möglichen Krankheitsausbrüchen gewarnt und ein übermäßiger Einsatz von Fungiziden verhindert werden.

Die Jury erhielt Bewerbungen aus verschiedenen europäischen Ländern, Russland und den USA.

Stichting Harry Otten Foundation
Heelsumseweg 27
6721 GP Bennekom
The Netherlands

https://www.harry-otten-prize.org